Wer wie was ist Nauen ?

Wer wie was ist Nauen ?

Die Stadt Nauen erlangte weltweite Bedeutung durch die Errichtung der nördlich gelegenen Funkstation. Seit jeher trägt die Stadt den Beinamen „Funkstadt“. Doch nicht nur die Funkstation sorgte für eine besondere Stellung im havelländischen Bereich, sondern auch ihre Lage im Luch, die militärische Geschichte und die zahlreichen Brände, die die Stadt bis heute prägen.

Die havelländische Stadt Nauen liegt 18 Kilometer westlich von Berlin und 24 Kilometer nordwestlich von Potsdam bei 52° 36´nördliche Länge und 12° 53´östliche Breite. Die Stadt wurde auf dem nördlichen Rand einer geologischen Platte, dessen Name sie selbst gab, der Nauener Platte errichtete. Besonders erwähnenswert ist, dass Nauen im havelländischen Luch liegt. Diese Position auf dem Luchberg (35m über Normalnull) verschaffte ihr eine besonders gute strategische Lage. Dies bezog sich vor allem auf die militärischen Zeiten, denn die Luchlandschaft bot keinen Weg um Nauen herum. Im späteren Verlauf ergaben sich aus der Trockenlegung des Luchs ein großflächiges nutzbares Ackerland und bot zahlreichen Windmühlen (im 14. Jahrhundert) Platz. Gegenwärtig wird der Platz durch über 100 Windkrafträder genutzt.

Nach der Gemeindegebietsreform 2003 wuchs Nauen auf 286 km² Gesamtfläche, dadurch zählt Nauen zu den flächenmäßig größten Gemeinden Deutschlands und gilt mit seinen ca. 17.000 Einwohnern als Kleinstadt. Die Stadt besteht nunmehr aus 14 Ortsteilen, zu denen gehören: Berge, Bergerdamm, Börnicke, Groß Behnitz, Kienberg, Klein Behnitz, Lietzow, Markee, Neukammer, Ribbeck, Schwanebeck, Tietzow, Wachow und die Waldsiedlung.

Das Wappen existiert seit über 650 Jahren. Jedoch änderte sich der im Wappen abgebildete Fisch. Das Wappenschild zeigte bis 1720 den als Raubfisch bekannten Hecht, der dann in einen friedlicheren Karpfen umgeändert wurde. Seit 1994 ist die Form des Wappens amtlich festgelegt und zeigt sich nun als ein schräg gestellter silberner Karpfen, der von rechts unten nach links oben zeigt. Das Wahrzeichen befindet sich in voller Größe am Rathaus. Die kunstvollen Wappen können hingegen auch auf den Abwasserdeckeln der Stadt betrachtet werden. Der Grund für die Abbildung eines Fisches ist hingegen nicht bekannt und kann nur vermutet werden.

Nauen ist eine typische mittelalterliche Stadt. Allerdings wurden viele Gebäude und Straßenzüge in Folge von Bränden und Kriegen zerstört oder verändert. Dennoch existieren sichtbare Beweise für den mittelalterlichen Charakter. Sie befinden sich zum Beispiel in der Mitte der Altstadt, denn bis heute steht hier die St. Jacobi Kirche, um die sich die Bewohner mit ihren Geschäften ansiedelten. Die gut sichtbare Ringbebauung des Stadtkernes ist ebenfalls ein Relikt aus dieser Zeit, welche sich aus der ringförmigen Stadtmauer bildete.
Die zeitliche Rekonstruktion der Stadtentstehung ist hingegen schwieriger, denn die meisten Daten und Dokumente sind vor 1695 nur vage und wenig belegt. Der Grund dafür ist, dass zu dieser Zeit der letzte schwere Stadtbrand sämtliche Aufzeichnungen zerstörte. Allerdings wird vermutet, dass bereits ab 789 versucht wurde das Land zu besiedeln. Die Besiedlung gelang zuerst den Wenden, die später von Albrecht dem Bären vertrieben wurden.
Bekannt ist jedoch, dass Nauen erstmals im Jahre 1186 durch den Priester „Hermann von Nauwen“ urkundlich erwähnt wurde. Größeren Erwähnungswert bekam Nauen erst mit dem Zuspruch zum Stadtrecht durch die Markgrafen von Brandenburg Otto IV. und Konrad I., die dafür von Nauen 222 Pfund und 15 Mark Silber erhielten.
Der Ursprung des Namens „Nauen“ ist geschichtlich nicht eindeutig belegt, aber es existiert eine sinnhafte Nachvollziehung, demnach entstand er aus „Novum“, das zu „Nowen“ wurde, dann zu „Nawen“ und sich schließlich über die Jahrhunderte zu Nauen entwickelte. Eine andere Vermutung geht auf die wendische Vergangenheit zurück, demnach bedeutet Nauen „Nowo“: „neuer Ort“. Schließlich sind einige Historiker der Meinung, dass Nauen nach der Rittersfamilie „Naven“ benannt wurde, die hier einst lebte.

Ein chronologische Zeittafel zur Entwicklung der Stadt findet man hier.