Nauens schwerste Stunden

Nauens schwerste Stunden

20. April 1945 kurz vor 10.00 Uhr war der Bahnhof Nauen das Ziel anglo-amerikanischer Bomber. Die bis dahin vom Bombenkrieg weitestgehend verschont gebliebene Kreisstadt im Osthavelland erlebte ihren schwärzesten Tag. Zum Verhängnis wurde ihr, daß der Bahnhof als Eisenbahnknotenpunkt westlich Berlins noch intakt war und ausserdem auch noch Militärzüge auf den Gleisen standen.

Während des Angriffs suchten viele Menschen Schutz in den Splittergräben im Park vor dem Hauptgebäude. Sie hatten keine Chance, als die Bomben das Gebiet von der Waldemarstraße bis zum Schlangenhorstweg umpflügten. Auch die dort ansässigen Betriebe, wie die Gasanstalt, das Trafowerk oder Seifen Hahn wurden in Mitleidenschaft gezogen. Ausserdem verlor das Schützenhaus in der Graf-Arco-Straße seinen Festsaal und das Restaurant „Märkischer Adler“ in der Berliner Straße 47 erlitt einen Volltreffer.Insgesamt waren ca. 70 Tote zu beklagen. Für diese Opfer in den letzten Kriegstagen wurden Gedenksteine im Friedhof aufgestellt, die bis heute mahnen, daß soetwas nie wieder passieren darf!